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Ab heute komme ich über dich.

  • Autorenbild: Maurice Ghaedi Bardehei
    Maurice Ghaedi Bardehei
  • 20. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Bist du bereit?




Einige dachten, ich wäre verschwunden.

Andere haben gedacht, ich hätte aufgegeben.

Sie haben sich geirrt.

Nur die, die richtig hingesehen haben, haben gesehen, dass ich nie weg war.

Ich habe Anlauf genommen.

Es gibt Menschen, die rennen los.

Und es gibt Menschen, die erst lernen müssen zu laufen.

Ich gehörte zur zweiten Sorte.

Ich musste erst gegen Dinge kämpfen, die niemand gesehen hat.

Gegen Grenzen.

Gegen Zweifel.

Gegen eine Kindheit, die mir beigebracht hat, lieber vorsichtig zu sein als frei.

Ich musste lernen, loszulassen.

Ich musste lernen, dass Kontrolle keine Sicherheit ist.

Und ich musste lernen, dass ein Mensch nicht der bleiben muss, den andere einmal kennengelernt haben.

Heute weiß ich, wer ich bin.

Nicht der Maurice, den einige von euch kennengelernt haben.

Nicht die Version von mir, die aus Umständen entstanden ist.

Sondern der Mensch darunter.

SIANO.

Dieser Name ist kein Künstlername.

Er ist eine Entscheidung.

Er ist eine Erinnerung.

Er ist eine Verpflichtung.

Mit dem Tod meiner Uroma begann ich zu straucheln.

Sie war eine geborene Zachariä.

Später trug sie den Namen SIANO.

Bis heute liegt ihr Passbild in meiner Brieftasche.

Wenn alles auseinanderfällt, reicht manchmal ein Blick.

Dann höre ich wieder ihre Stimme.

„Du bist etwas Besonderes.“

„Du wirst einmal studieren oder etwas ganz Großes bewegen.“

Früher habe ich gehofft, dass sie recht hat.

Heute arbeite ich jeden Tag daran.

Deshalb musste Maurice gehen.

Nicht weil ich ihn hasse.

Sondern weil ich mich nicht länger von einer alten Version meiner selbst festhalten lasse.

Ich will nicht berühmt werden.

Ich will etwas bewegen.

Ich will, dass Kinder in Schulen merken, dass Fantasie keine Zeitverschwendung ist.

Ich will, dass Gedichte wieder Fragen stellen.

Ich will, dass Kunst wieder widerspricht.

Ich will, dass Menschen wieder lernen, selbst zu denken.

Nicht alles zu glauben.

Nicht alles nachzusprechen.

Nicht alles übernehmen.

Vor drei Jahren habe ich Menschen von dieser Idee erzählt.

Fast alle sagten denselben Satz.

Unsere Zeit braucht genau das.

Vielleicht.

Vielleicht auch nicht.

Das entscheidet am Ende nicht ihr.

Das entscheidet die Zeit.

Ich weiß nur eins.

Ich bin fertig mit Warten.

Ich bin fertig mit Erklären.

Ich bin fertig damit, mich kleiner zu machen, damit andere sich größer fühlen.

Jetzt komme ich.

Mit Büchern.

Mit Gedichten.

Mit Musik.

Mit Bildern.

Mit Workshops.

Mit Lesungen.

Mit Ausstellungen.

Mit allem, was in den letzten Jahren entstanden ist.

Und mit aller Kraft.

Nicht gegen euch.

Für etwas.

Für Fantasie.

Für Haltung.

Für eine Gesellschaft, die wieder den Mut hat, selbst zu denken.

Ich lade niemanden ein.

Ich überrede niemanden.

Aber wenn du das Gefühl hast, dass dir genau das in dieser Zeit fehlt...

...dann geh den Weg mit mir.

Denn das hier...

...ist kein Neuanfang.

Das ist der Moment, auf den ich jahrelang hingearbeitet habe.


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