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Maurice gehört euch.

  • Autorenbild: Maurice Ghaedi Bardehei
    Maurice Ghaedi Bardehei
  • 16. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

SIANO gehört mir.




Hallo.


Heute melde ich mich zum ersten Mal als SIANO. Und das wird ab heute auch so bleiben.


Warum?


Darüber schreibe ich beim nächsten Mal. Denn die Antwort ist kein Geheimnis, sie ist es wert, ausführlich behandelt zu werden.


Heute geht es um etwas anderes.


Es geht um mein „neues“ Leben.


Ich bin Lyriker. Ich bin Schriftsteller. Ich bin Illustrator.

Ich bin mit Haut und Haar Künstler.


Ich habe viele Abende in meinem Wohnzimmer gesessen und versucht, die letzten Jahre einzuordnen. Ereignisse. Entscheidungen. Menschen. Begegnungen. Auch meine eigene Rolle darin. Ich wollte nicht wissen, wer schuld war. Schuld ist ein langweiliges Konzept. Mich interessierte etwas anderes. Mich interessierte, was all diese Jahre mit mir gemacht haben und was ich daraus gemacht habe.


Dabei kam mir ein Gedanke, der seitdem nicht mehr verschwunden ist.


Ich lebe in einem Käfig. Jedenfalls bin ich anfangs davon ausgegangen.


Wenn es wirklich so ist, verstehe ich, ich muss meinen Käfig gar nicht verlassen.


Ich muss ihn zuerst gestalten.


Erst wenn ein Raum nach mir aussieht, erkenne ich überhaupt, welche Gitterstäbe wirklich existieren und welche ich seit Jahren nur für selbstverständlich gehalten habe. Erst dann kann ich beginnen, ihn aufzulösen.


Also habe ich genau dort angefangen, wo ich jeden Morgen aufwache.


In meiner Wohnung.


Ich habe sie nicht eingerichtet. Ich habe sie übersetzt.


Ich habe mein Inneres ins Außen geholt.


Als Erstes kamen ein Schreibtisch und ein Sessel. Der Sessel ist sogar gebraucht. Das spielt keine Rolle. Ich wollte schon immer, schon als Kind, einen eigenen Sessel. Ich wollte einen, in den ich mich gern setze, wenn ich schreibe, lese, entspanne, lebe. Einen Ort, an dem meine Gedanken abschweifen können und ich mich wohl und ja vielleicht auch sicher fühlen kann.


Danach entstand meine Leseecke. Von dort schaue ich auf meine Terrasse, auf meinen Plattenspieler und inzwischen auf eine goldene Wand. Sie erinnert mich jeden Tag daran, dass ein Zuhause kein Ausstellungsraum für den Geschmack anderer ist. Es ist der Ort, an dem ich Kraft sammle. Wo ich auftanken kann.


Die nächsten Wände werden ebenfalls Gold bekommen. Bücher werden an den Wänden hängen. Buchseiten ebenfalls. Sie werden mit der goldenen Farbe eine Symbiose ergeben. Eine Art Tapete. Buchseiten werden an die Wand geklebt und somit meine persönliche Tapete. Ich liebe Bücher nicht nur wegen ihres Inhalts. Ich liebe das Schreiben so sehr, dass ich davon umgeben sein möchte. Ich möchte in einer Welt leben, die sich nach Gedanken anfühlt.


Ich leuchte.


Ich liebe.


Ich lebe so gern.


Ich mag es anders.


Das Schöne daran ist: In meiner Welt ist dieses Anders völlig normal.


Maurice ist ein Name, den ich bekommen habe. Mit diesem Namen verbinden Menschen Erinnerungen, Erfahrungen und ihre eigene Wahrnehmung. Das ist ihr gutes Recht. Wer ich bin, entscheide jedoch nicht ich gestern und auch nicht andere. Das entscheide ich heute.


Und genau deshalb trage ich mein Inneres nach außen.


Ich verstecke mich nicht mehr.


Ich bin SIANO.

 
 
 

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